Friedhofsgebäude neu im Betrieb

Räume für Mitarbeiter, Trauernde und Friedhofsbesucher auf dem Funekefriedhof

Nachdem die Trauerkapelle auf dem Funekefriedhof im Herbst 2015 mit einem neuen Dach versehen wurde und vom Maler auch innen erneuert wurde, ist sie seit Ewigkeitssonntag wieder im Gebrauch. Die Übergabe des neuen Anbaus verzögerte sich durch einen Wasserschaden vom Dezember bis ins Frühjahr.

Rechtzeitig vor dem Osterfest 2016 wurden die Räume dann in Gebrauch genommen. Friedhofsbesucher und Trauergäste finden zu den Öffnungszeiten des Friedhofs neue Toiletten vor. Die Friedhofsgärtner freuen sich über passende Sozial- und eigene Sanitärräume. In dem Neubau gibt es in zwei separaten Aufbahrungsräumen die Möglichkeit, das Angehörige eines Verstorbenen zu selbst gewählten Zeiten beim Aufgebahrten wachen und ihren Abschied persönlich gestalten. Zusätzlich gibt es einen neuen multifunktional nutzbaren Gemeinderaum, der für Verabschiedungen im Vorfeld eines Trauergottesdienstes in der Kapelle geeignet ist. Auch kleinere Trauerfeiern im engsten Familienkreis sind dort möglich, bevor die Familie ihren Weg zum Grab beginnt. Gerade der gemeinsame Start und der gemeinsame letzte Weg sind ein wichtiger Teil des Abschieds. Der neue Gemeinderaum bietet vielfältige Möglichkeiten für den Gemeindedienst der  Trauerbegleitung. Eine Andacht am Jahresgedenktag oder der Nachmittag eines Trauergesprächskreises finden Platz in dem lichtdurchfluteten neuen Gemeinderaum. 

Der Neubau neben der renovierten alten Trauerkapelle ist entsprechend der aktuellen Baustandards erstellt worden. Auch in der Beheizung des Gebäudes kommt man ohne fossile Energien aus, wie von der Weltklimakonferenz kürzlich beschlossen wurde. Die vorher schon vorhandenen Photovoltaikanlagen auf dem Schrägdach der Kapelle und auf dem Flachdach des Anbaus produzieren weitere zehn Jahre erneuerbare Energie, die ins Netz eingespeist und vergütet wird. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann den selbstproduzierten Strom im Neubau zur Kühlung an heißen Sommertagen und zur Heizung in der kälteren Jahreszeit nutzen. Wenn Ehrenamtliche, Friedhofsmitarbeiter und Gärtnerfirmen in den nächsten Wochen die Gestaltung der Außenanlagen abgeschlossen haben, gibt es im Sommer einen offiziellen Eröffnungstag.

Die Baumaßnahme wurde von einem Friedhofsentwicklungsbeirat des Kirchenvorstands in Zusammenarbeit mit der Architektin Dr. Manuela Kramp aus Lemgo entwickelt und begleitet. Die neuen Möglichkeiten auf dem Funekefriedhof der ev. ref. Kirchengemeinde Schötmar haben das Ziel die christliche Trauerkultur vor Ort zu stärken. Das Abschiednehmen und die Trauer finden einen würdigen Platz in angemessenen Räumen. Mit dem neuen Gemeinderaum eröffnen sich zusätzliche Möglichkeiten der Begegnung, die Trauernde und Angehörige miteinander und mit anderen ins Gespräch bringen. Leiden und Trauer stehen nicht länger im Abseits, sondern dürfen geäußert und bearbeitet werden. Der Friedhof wird als Ort der Ruhe und Besinnung, als Ort der Erinnerung und des Dankes stärker ins Alltagsgeschehen gerückt. Trauernde, die sich leicht zurückziehen und Kontakte verlieren, finden Hilfen im Alltag. Die Gespräche von Grab zu Grab haben in dem neuen Gemeinderaum einen zusätzlichen Ort des Innehaltens und der Stille. Wie dieses Grundanliegen umgesetzt wird, wird in den nächsten Monaten und Jahren Schritt für Schritt entwickelt. Die ev. ref. Kirchengemeinde Schötmar, als größter kirchlicher Friedhofsträger in der Lippischen Landeskirche nimmt sich die Zeit, die neuen Angebote und Ideen für das Gespräch und die Begegnung wachsen zu lassen.