SCUTEMERE 1231

Kirchen beteiligten sich am Stadtjubiläum Schötmars

(MS im Jahr 2006) Vor genau 775 Jahren tauchte SCUTEMERE, der alte Name Schötmars, erstmals in einer Urkunde auf. Die Kirchengemeinden Schötmars beteiligten sich an diesem Stadtjubiläum mit einer Fülle eigener Veranstaltungen. Vor ungefähr 1225 Jahren wurde die erste Kilianskirche gebaut. Vor 775 Jahren wurde SCUTEMERE in einer Urkunde erwähnt. Am historischen Ort in der Kilianskirche auf dem Kirchplatz fand deshalb am 2. Pfingsttag 2006 ein Ökumenischer Dankgottesdienst statt, an dem die evangelischen und katholischen Gemeinden beteiligt waren.

 

Wie aus Scutemere Schötmar wurde
und warum Schötmar schon mehr als 2000 Jahre alt sein muss

(MS) In einem Referat im Rahmen der Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem Heimat und Verschönerungsverein berichtete der Historiker Roland Linde vor ca 170 Zuhörern über die Geschichte Schötmars im Mittelalte. Linde gab einen Abriß der Geschichte des Mittelalters mit seinen besonderen Bezügen zur Ortsgeschichte. Die Herkunft des Namens, die geschichtlichen Quellen, das mittelalterliche Gerichts- und Fehdewesen standen auf dem Programm. Nach Linde läßt sich das Alter des Ortes von der Namensbildung herleiten und reicht wohl in vorchristliche Zeiten zurück, wie die Endsilbe "-mar" in "Schöt-mar" nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen verrät. Roland Linde erläuterte den Ortsnamen im Zusammenhang mit anderen alten "mar-Orten" in Norddeutschland, Niederlanden, Belgien und England. Mar kommt von dem gleich Wortstamm aus dem auch MARE, Meer, Moor kommt. Im Jahr 2007 erscheine dazu eine ausführliche wissenschaftliche Arbeit seiner Kollegin. Eine sumpfige Gegend und ein Tor, ein Riegel, ein Damm in dem alten Überflutungsgebiet von Bega und Werre trugen wohl zur Namensbildung bei. Das Meer, der Sumpf, das MOOR an diesem "Schott" (Damm) ist wohl dann wohl zu "Schöt-Mar" geworden. Scutemere ist die älteste urkundlich faßbare Form dieses Names, wobei die Vorsilbe scute vor mere aus dem gleichen Wortstamm kommt, wie das englische "to shut" (schließen).

Wie das "Schott" in diesem Mare ausgesehen hat, ist nicht bekannt, wohl aber bekannt ist die alte Bedeutung des Überganges über die Flüsse Bega und Werre. In Schötmar überquerten verschiedene Handelswege dieses sumpfige Gebiet, was schon bald zur menschlichen Ansiedlung führte, die gleich nach der Christianisierung schon eine christliche Kirche bekam, die im 15 Jahrhundert dann urkundlich belegt als "Kilianskirche" bekannt wurde.

Scutemere.775 - Vortragsreihe in Verbindung mit dem Heimat und Verschönerungsverein Bad Salzuflen e.V.

Im Zuge einer im Jahre 1231 vorgenommenen Neuordnung der Diözese Paderborn wurde eine Urkunde ausgefertigt, in der erstmals in der uns erhaltenen und bekannten Überlieferung der Ort Schötmar erwähnt wird. Inhaltlich geht es in dem Schriftstück um die Zugehörigkeit der Pfarre Scutemere zum Archidiakonatsbezirk Lemgo, woraus man schließen kann, dass der Ort seinerzeit bereits Mittelpunkt eines größeren Kirchspiels war. Die dortige Kirche, die dem Heiligen Kilian geweiht war, existierte aber wohl schon in karolingischer Zeit, d.h. im 9. Jahrhundert.

Folglich kann Schötmar, das dann trotz seiner frühen Bedeutung als Amtssitz und Standort bedeutender Industriebetriebe erst 1921 Stadtrechte erhielt und 1969 unter Aufgabe seiner Selbständigkeit Teil der Großgemeinde Bad Salzuflen wurde, im Jahre 2006 auf den 775. Jahrestag seiner Ersterwähnung - nicht seiner Gründung! - zurückblicken. Für das Jubiläumsjahr wurde deshalb eine Reihe kultureller Veranstaltungen geplant, die vom Bürgerverein Schötmar, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schötmar und dem Bad Salzufler Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) getragen wurden.

Nach oben